Entstanden ist das Widerstandsarchiv 1986 als selbstorganisiertes Projekt im Kulturzentrum Kanzlei. Nach dessen Schliessung 1992 lagerte es im Keller der Studienbibliothek zur Geschichte der Arbeiterbewegung. Das Archiv wuchs zwar durch das laufend aus dem 1990 gegründeten Infoladen Kasama hinzukommende Material weiter, war aber kaum öffentlich zugänglich. Seit Januar 2004 befindet sich das Widerstandsarchiv im Untergeschoss des neuen Infoladens an der Militärstrasse 87a. Seitdem hat die Frequentierung des Archivs stetig zugenommen. Das Archiv des ehemaligen Infoladens für Häuserkampf, das von 1986 bis 2004 kontinuierlich Infos zu Besetzungen, Stadtentwicklung, Quartierkämpfen und Gasse gesammelt hatte, wurde 2010 als eigener Bestand ins Widerstandsarchiv eingegliedert. Einen ausführlicheren Text zur [ geschichte des widerstandsarchivs ] findet ihr in der Megafon Ausgabe Nr.322 12/2009

Im Widerstandsarchivs könnt ihr in über 250 verschiedenen Zeitungs- und Zeitschriften (davon 60 laufende) blättern und euch hunderte von Plakaten anschauen. Auf rund 60 Laufmetern Tablar und Hängeregister findet ihr nach Themen geordnet Flugblätter, Broschüren, Zeitungsausschnitte, Diskussionspapiere und Dossiers. Dazu gibt es eine kleine Bibliothek mit 8 Laufmetern Bücher und Broschüren.

Zu folgenden Themenschwerpunkten könnt ihr das Archiv konsultieren:

FrauenLesben / Feminismus
Männergruppen / Antipatriarchat
Antirassismus / Rassismus / Migration / Flüchtlingspolitik
Antifaschismus / Faschismus / Neue Rechte
80er-Bewegung Zürich
Infoläden / Treffpunkte / Kulturzentren
Häuserkämpfe / Stadtentwicklung / Quartierinitiativen
Drogenpolitik / Gassenarbeit
Antikapitalismus / Ökonomiekritik
Antiglobalisierungsbewegung / Weltwirtschaft
Internationalismus / Antiimperialismus / Befreiungsbewegungen / Trikont
radikale Linke / Stadtguerilla / bewaffneter Kampf
Knastkämpfe / Unterstützung von politischen Gefangenen / Antirepression
Gen- und Reproduktionstechnologie / Bevölkerungspolitik
Anti-AKW-Bewegung
Friedensbewegung / Antimilitarismus

Seid ihr an einem Besuch interessiert? Dann meldet euch per E-Mail. Die Benutzung ist kostenlos, die Materialien können nicht ausgeliehen werden. Es steht jedoch ein Kopierer zur Verfügung. Wir freuen uns auch, wenn ihr uns Plakate, Flugis, Zeitschriften und Bücher aus eurem Keller oder vom Dachstock dauerhaft zur Verfügung stellt. Ihr könnt euch sicher sein, dass wir diese Unterlagen pfleglich behandeln. Und bestimmt werden sie nicht verloren gehen.

In regelmässigen Abständen trifft sich ein kleines Archiv-Kollektiv, um Bestände für die Datenbank zu verzeichnen, Teile des Archiv gemeinsam zu ordnen und Anfragen zu bearbeiten. Habt ihr Interesse, dann und wann die Datenbank zu füttern, Plakate zu fotografieren, Zeitschriften zu ordnen oder sich um vieles mehr zu kümmern, was im Archiv so an Arbeit ansteht? Wir freuen uns auf eure Unterstützung.

Eine ausführliche Liste von Bewegungsarchiven mit Bestandeslisten und Adressen findet ihr in: Bernd Hüttner: Archive von unten. Bibliotheken und Archive der neuen sozialen Bewegungen und ihre Bestände. AG Spak 2003